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Die
Bernsteinstraße:
Wege, Transport, und Bernsteinhandel
2 - die Beschreibung der Wanderung:
a) Das Böhmische Becken – Glatzer Becken – das Gebiet der Mitteloder –
das Gebiet der Mittelprosna – Kujawien – Weichselmündung – Ostseeküste
b) Böhmisches Becken – Lentia – Lauriacum
c) Lauriacum – Lentia – Pyhrnpass – Virunum – Santicum – Aquileia
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Die Bernsteinstraße
Die
Hauptbernsteinstraße und ihre wichtigsten Abzweigungen wurden aufgrund der
Bernsteinberichte von antiken Autoren, seines Handels und archäologischen
Funde bestimmt. Nördlich vom Fluss Donau wurden Importe entdeckt, die aus
den südlich gelegten Gebieten stammten. Diese Gegenstände (römische Gefäße
aus Metall, Glas und Keramik, Gürtelklammer, Glas- und Holzperlen, Münzen),
die in dem Bereich fremd waren, dienten wahrscheinlich zum Bernsteinumtausch.
Wiederum südlich von Donau wurden einige Bernsteinstücke gefunden. Dank den
Funden ließ es sich die Richtungen des Bernsteinhandels bestimmen und den
Verlauf der ehemaligen Verkehrsstraßen zwischen Ostsee und Adria
rekonstruieren.
In der ersten Hälfte des
1. Jahrhunderts, machte eine Strecke Aquilea- Virunum (Zollfeld- Österreich)
einen Hauptweg in dem Königreich Noricum aus, der früher und in dem letzten
Jahrhundert von den Kelten bewandert wurde.
Zur
Zeit des Römischen Reiches (Zeitalterswende, der I. und II. Jahrhundert n.
Chr.) hatten die römischen Kaufleute viele Verkehrswege in den am Donau
gelegenen Provinzen zur Verfügung. Nach der Überlieferung aus dem XIX.
Jahrhundert wurde die Strecke: Aquileia – Carnuntum als Bernsteinweg
anerkannt. Wiederum für Bernsteinstraße wurden die weiteren Strecken von
diesen Wegen, nördlich von Donau gehalten. Die Hauptbernsteinstraße war eine
Strecke, die Carnuntum (ungefähr bis zum III. Jahrhundert) und die
Abzweigungen aus Vindobona (Wien, Österreich) und Brigetio (O.Szöny/Ungarn)
mit der Ostseeküste verband.
Der
Verlauf der Bernsteinwege, d.h. der Verkehrsader von einer Steindecke, die
auf dem Gebiet der Römer verliefen, konnte mit einer großer Genauigkeit
bestimmt werden. Die Routen dienten unter anderem zum Transport, Handel mit
Bernstein und anderen Bernsteinprodukten und führten über die Grenzen des
Römischen Reiches weit hinaus zu den Bernsteinvorkommen. Sie machten eine
Verlängerung der Schotterstraßen und in den Felsen geschmiedeten Wege auf
dem römischen Territorium aus. Sie wurden oft besucht und gingen an den
Geländehindernissen vorbei, indem sie entlang den Flusstälern, Gebirgspässen,
Übergängen durch Sümpfe führten. Als Straßen wurden solche weit entfernte
Land- oder Wasserstrecken bezeichnet, wie z. B.: die Straße: Warthe –
Goplosee – Weichsel, und Warthe – der Fluss Struga – Pakoschsee – Netze. Die
anderen Wege, die einzelne Siedlungen oder Ansammlungen von Siedlungen
miteinander verbanden, kamen als Naturwege vor (d.h.: als Fußpfade,
Waldpfade, Saumpfade, oder von den Menschen und Tieren ausgetretene Wege und
durch Wagenräder geformte Straßen). Außer den Feststrecken, wie Pässe,
veränderte sich mehrmals der Verlauf der Straßen, abhängig von den
Jahreszeiten oder vom Wetter (z. B. Flussbetten während der Dürre oder Waten
durch den Fluss). Die Wagen, mit denen man fuhr, wurden von Maultieren,
Eseln oder Pferden gezogen. Auf den Straßen nördlich von Donau wurden
wahrscheinlich leichte Wagen benutzt, obwohl wegen des Mangels an Steindecke
Packtiere als Hauptverkehrsmittel dienen konnten. Der Wasserverkehr war
vielmehr vorteilhaft, weil es mehrere Möglichkeiten gab, Waren in größeren
Mengen (z.B.: Weinfässer) zu befördern. Nördlich wurden auch gehöhlte Kähne,
auch Flöße und vielleicht Boote aus Holzbrett genutzt, die bei der
Küstenschifffahrt besonders behilflich waren.


Aus dem
heutigen Breslau gingen ein paar Straßen aus, eine von ihnen nach Nordosten. Auf
dem Gebiet der Mittelprosna, wo sich die Hauptbernsteinstraße aus Carnuntum mit
der Straße aus Lentia kreuzte, hatten die Reisenden eine Wahl; entweder eine
Wasserstraße am Fluss Prosna, die Warthe und ihren Nebenfluss Struga hinauf,
oder eine Landstraße, die nach Kujawien führte. Die Flussüberquerungen waren im
Bezirk von heutigen Kalisch, Konin und Krusza Zamkowa vorhanden, die als
Handwerk- und Handelszentren fungierten. Solche Siedlungen, die vorwiegend
voneinander ca. 60 km entfernt waren, machten damals die Großsiedlungszentren
aus. Die kleineren Haltepunkten, die nur aus einer oder ein paar nebeneinander
gelegenen Siedlungen bestanden, befanden sich je 20 km voneinander entfernt. Als
Beispiel kann eine Straße Konin – Ot³oczyn dienen, die in ein paar Strecken
geteilt war. Die kleineren Haltepunkten gewährleisteten den Reisenden nicht nur
eine Unterkunft und Anschaffen der Lebensmittel, sondern auch kleinere Geschäfte
zu machen.
Aus Kujawien richteten sich die Kaufleute zur Weichselmündung, wo sich die
ehemalige Bernsteinstraße gewissermaßen gabelte. In der späteren vorrömischen
Zeit befanden sich die Hauptbestimmungsorte der keltischen Kaufleute am
westlichen Ufer der Danziger Bucht, weil das Gebiet am südlichen Ufer wegen der
überfluteten Flächen des Weichseldeltas weniger zugänglich war. Indem sie zu den
bernsteinreichsten Küsten der Ostsee gelangten, richteten sie sich direkt zu den
vielfältigen Marktplätzen in der Gegend. Durch Zusammenballung mehrerer
Siedlungen im Bezirk von Praust (Pruszcz) wurde die Ostsee zwischen den heutigen
Danzig und Oliva erreicht, oder sogar weiter: das westliche Ufer von Putziger
Wiek (Zatoka Pucka). Und durch die Zusammenballungen in Marienburg, und dann in
Elbing führte die Bernsteinstraße die Küste entlang nach Samland.
Der gesteigerte Verkehr auf der Bernsteinstraße seit der I. Hälfte n. Chr. und
die rasche Entwicklung der Zusammenballungen der Siedlungen wurden dadurch
bewirkt, dass Bernstein in dem damaligen Römischen Reich „in“ war. Die
Festlieferungen konnten nur dank einer Gewinnung der reichsten Läger an der
Kliffküste von Samland gewährleistet sein, weil die Bernsteinmenge an der
Ostseeküste vor allem von den Meeresströmungen abhing, die das Erz aus der
Gegend von Samland mitbrachten. Das kam nur während der starken Sturmen vor.
Deswegen kamen die Kaufleute direkt zum Samland, das immer voll von Bernstein
war.
Wahrscheinlich
nutzten die Kaufleute die Schifffahrt auf den Gewässern des Frischen Hafes, um
es von Osten zu Fuß nicht umgehen zu müssen. Die Reise nach dem bernsteinreichen
Samland war um 100 km länger, deswegen dauerte die Wanderung aus dem Gebiet vom
Mitteldonau eine Woche länger als nur auf den Gebiet der Weichselmündung.
Die Strecke
aus Lentia zur Weichselmündung betrug ca. 940 – 960 km und umfasste gegen 38 bis
41 Haltepunkten. Eine durchschnittliche Länge der täglichen Wanderung schwankte
zwischen 23 bis 25km, so um sie auf einmal zu durchstreifen, brauchte man dafür
mindestens 7 Wochen. Höchstwahrscheinlich vorherrschte aber der Etappenhandel
statt der Fernwanderungen.
Die Länge
aus Carnuntum zur Weichselmündung betrug ca. 860 – 890 km (600 000 Schritte =
889 km). Indem es unterwegs ca. 40 bis 42 Haltepunkten gab, machte die
durchschnittliche Länge einer täglichen Wanderung ca. 21 bis 22 km aus.
Èeské Budìjovice, Bilder der Land – und Wasserstraße bei Senová¾né Námìstí.
2
Beschreibung der Wanderwege
Die altertümlichen Verkehrsader, die zur Zeit des Römischen Reiches die nördliche Adriaküste mit der südlichen Ostseeküste verbanden, können als Bernsteinwege und Bernsteinstraßen genannt werden.
Als Bernsteinwege wurde der südliche Teil der Verkehrsader genannt, der sich im Römischen Reich befand, und sein Verlauf mit großer Genauigkeit zu bestimmen war. Unter dem Begriff werden auch Richtungen des Handelsaustausches und Strecken des intensiven Bernsteinhandels verstanden.
Wege, die Italien mit dem Mitteldonau verbanden, hatten eine Steindecke. Auf dem Gebiet nördlich von Donau dagegen waren nur ländliche Straßen vorhanden, die für Bernsteinstraßen gehalten wurden. Einige von ihnen konnten einen fest bestimmten Verlauf haben, aber die meist unveränderten Strecken führten durch Gebirgspässe. Also unter dem Begriff: Bernsteinstraße ist eine Land – oder Wasserstraße, oder eine Verbindung der beiden zu verstehen.

Die heutige Überquerung über Weichsel, Korzeniewo (de. Kurzebrack) - Opalenie.
2a
Das Böhmische Becken – Glatzer Becken
Im Böhmischen Becken gab es die drei großen Siedlungen, die Richtungen der Hauptverkehrsstraßen bestimmten. Die östliche Abzweigung einer der Straßen, durch Elbe- Tiefland, führte nach Schlesien. Zuerst den Fluss Elbe und ihrer Nebenfluss Metuje hinauf, durch die Sudeten bei Nachod und Bad Kudowa bis an den Pass Polnische Pforte und entlang Reinerzer Weistritz nach dem Glatzer Becken.

Der Fluss Elbe, an dem Ort, wo Metuje mündet.
Glatzer Becken – das Gebiet der Mitteloder
Aus der Umgebung des heutigen Glatz führte die Straße nach Norden, durch die letzte Kette der Sudeten. Indem die Wanderer das Tal der Glatzer Neisse verloren, betraten sie das Sudetenvorland. Weiter gelingen sie durch ertragreiche und dicht besiedelte Breslauer Ebene und den heutigen Breslauer Bezirk – Partynice zum Tal der Mitteloder.

Breslauer Ebene, in der Weite Sudeten.
Das Gebiet der Mitteloder – das Gebiet der Mittelprosna
Eine der Routen führte aus dem heutigen Breslau durch die Altstadt in die nördlich-östliche Richtung. Diese Verkehrsverbindung verlief durch das Gebiet vom Fluss Dobra, Katzengebirge, Gebirgskette in Ostrzeszów nach Kalisch an der Prosna. Das war eine der kürzesten Strecken zum Gebiet der Weichselmündung oder nach Samland.

Zwischen Militscher Becken und Gebirgskette in Ostrzeszów.
das Gebiet der Mittelprosna – Kujawien
So wie der heutige Breslau hatte auch Kalisch wegen seiner geographischen Lage und Siedlungen eine sehr wichtige Bedeutung in dem Lokal- und Fernverkehr. Aus Kalisch verlief die Hauptbernsteinstraße wahrscheinlich nach Norden. Noch vor Konin bog sie nach Westen in die Nähe von Rumin ab, dort, an dem engsten Punkt von Warthe, befanden sich eine Überquerung und eine wichtigere Raststätte.
Den Verlauf der Route zwischen Warthe und Weichsel bestätigen die Forschungen einer archäologischen Expedition der Kujawien.
Aus dem nördlichen Ufer der Warthe beschrieb die Bernsteinstraße einen Bogen nach Westen, indem sie an den überfluteten Flächen und Waldgeländen vorbeiging, um dann sich wieder nach Norden zu richteten. Und den Goploseeufer entlang gelingen die Kaufleute zu einer großen Ansiedlung in Krusza Zamkowa, die in der Nähe von einer einzigen bequemen Überquerung über Netze gelegen war. Nach einer Überquerung des Flusses wurde den Hang Inowrazlawer Erhebung entlang in Richtung Nord- Osten gewandert. Um einen entlang Weichsel ziehenden ursprünglichen Urwald umzugehen, wurde wieder ein Bogen beschrieben. Dann wurde die Schritten ans Weichseltal gelenkt, dort, auf der Strecke 1,5 Km befand sich eine einzige bequeme Überquerung in einer Ortschaft Ot³oczyn bei der Flussmündung T±¿yna.

Die Landschaft der Kujawien bei Morgengrauen.
Kujawien – Weichselmündung
Gleich nach der Weichselüberquerung folgten
die Kaufleute entlang ihrer Strömung. Sie überquerten Drewenz nicht weit von
ihrer Mündung und begaben sich weiter in die nord- westliche Richtung.
In Unterschied zu den Wasserwegen, auf denen Kaufleute täglich längere Strecken
durchstreifen konnten, war die Landstrecke von Thorn nach Kulm bequemer.
Bis zur Weichselmündung konnten sie die Weichsel zwischen Kulm und Schwetz oder im heutigen Bezirk von Graudenz - Rz±dz und einer Ortschaft Osiek an dem linken Ufer überqueren, sowie in der Nähe von Marienwerder und Opalenie.

Chelmer Seeplatte.
Weichselmündung - Ostseeküste
Von der Weichselüberquerung bei Opalenie begaben sich die Kaufleute an die zahlreichen Marktplätze an den Ostseeküsten. Die Kaufleute, die in Richtung der an dem rechten Ufer von Weichselmündung gelegenen Ansiedlungen wanderten, gingen die günstig gestalteten Flussufer entlang. Weiter führte die Straße durch den östlichen Teil der Kaschubischen Seenplatte nach Praust.
Dank der günstigen Anlage der Prauster Ansiedlung konnte dieses Zentrum als ein Platz der Lieferungen von Bernstein gelten, der in diesem Teil der Danziger Bucht gesammelt war. Das Zentrum diente sowohl den Kaufleuten, die auf der Landstraße wanderten, als auch denen, die sich auf den Wasserwegen bewegten. Die Kaufleute, die diese Straße wählten in der Jagd nach dem Golden des Nordens, gelingen zu den am weitesten gelegenen Ansiedlungen auf der Kaschubischen Küste.

Das Gebiet in der Nähe von Putziger Wiek.
Zur Zeit der ehemaligen Bernsteinstraße sah die Uferlinie der südlichen Ostseeküste ganz anders aus (siehe Link: Ausstellungen, Vorträge, Treffen). Das Frische Haf, in das die Weichsel direkt mündete, war damals viel größer als heute und bildete eine Bucht. Die Fläche reichte bis Marienburg und Umgebung von Elbing. Die Reisenden nutzten die Schifffahrt auf dem Frischen Haf. Dank den günstigen Wasser- und Landverbindungen zwischen Marienburger Ansiedlung und den Ansiedlungen der Elbinger Hochebene stieg bedeutend die Handelsrolle von diesen Gebieten. Und so aus Marienwerder reisten die Kaufleute nach Norden durch die im II. Jahrhundert dicht besiedelten Gebiete an der Nogat und erreichten die Marienburger Ansiedlung. Weiter wanderten sie am Rande der Eylauer Seenplatte und näherten sich der Elbinger Hochebene, dort konnten sie Ostseebernstein auf den zahlreichen Marktplätzen austauschen. Viele von ihnen wanderten aber noch weiter, auch auf dem Wasserweg, zu den reichsten Bernsteinvorräten in Samland.

Ein Seeufer auf der Samland Halbinsel.
- Das Stromgebiet der Elbe
http://pl.wikipedia.org/wiki/Plik:Elbe_Einzugsgebiet.png
2b
In der wissenschaftlichen Bearbeitung, die mir zur Verfügung steht, wurden die Bernsteinstraßen in die folgende Richtung beschrieben; aus der nördlichen Adriaküste an die südliche Ostseeküste. Da ich selbst als Ausgangspunkt meiner Wanderung die Hauptstadt von Tschechen, Prag auswählte, setze ich meine eigene Beschreibungen „umgekehrt” fort.
Die ganze Beschreibung meiner Wanderung finden Sie unter dem Link "szlak bursztynowy" in der Polnischen Sprache.
Böhmisches Becken – Lentia – Lauriacum
Im Böhmischen Becken, wo Beraun in Moldau mündet, trafen sich Handelsstraßen zusammen, die die beiden Flüssen entlang führten. An diesem Ort befand sich bestimmt ein Haltepunkt – das konnte oppidum Hradi¹tĕ an Závistí, in der Nähe von Bøe¾anskí Potok sein.
Die Strecke Böhmisches Becken – Budweiser Becken führte ca. 100 km lang die Moldau entlang. Es ist heutzutage schwer, die Lage der Haltepunkte wegen des Mangels an Angaben wiederherzustellen. Auf dieser Strecke befinden sich jedoch zwei ehemaligen keltischen Burgen: Hrazany bei Radíè, im Kreis Pøíbram, am rechten Moldauufer und Nevìzice, im Kreis Písek, am linken Moldauufer.
Im Budweiser Becken befand sich einer der weiteren Haltepunkte, sicherlich an einem Ort, wo der Fluss Mal¹e in Moldau mündete. An diesem Ort verband sich die Bernsteinstraße mit einer Strecke, die aus ein paar römischen Legionslägern am Donau führte. Ca. 20 km neben der heutigen Stadt Èeské Budĕjovice, im Kreis Èeský Krumlov wird ein weiteres oppidum, Tøísov gelegen.
Ein Pfad, der zu dem ehemaligen oppidum hinaufführt, zwischen dem Flussmäander Vltava und dem Bach Krem¾ský Potok, nördlich von der Ortschaft Tøísov.
Das Moldautal machte eine bequeme Verkehrsstraße aus, die dank den Pässen im Böhmerwald mit dem Donautal verbunden war. Indem die Kaufleute über den Hohenfurter Sattel (Vy¹ebrodský prùsmyk) übergingen, rasteten sie in diesem Bezirk. Im halben Weg von Donau, ca. 20 km davon entfernt, befand sich wahrscheinlich der nächste Haltepunkt, wo sich die Straße aus Lentia mit der aus Lauriacum zusammentraf. Die kürzeste Verbindung mit den Überquerungen über Donau führte durch das Tal Haselgraben. Aus Rücksicht aufs Gebirge, das damals schwer zu übergehen waren, wählten die größeren Expeditionen höchstwahrscheinlich andere Straßen.
Die Hauptüberquerungen über Donau fanden im Bezirk Lentia – Lauriacum statt, wodurch ihre große Verkehrsbedeutung betont wurde. Die Römer setzten die keltischen Bräuche im Umgang mit den Völkern des Böhmischen Beckens fort und anstelle der Oppiden errichteten ihre Kastelle.
In der Nähe von Lauriacum wurde das Gebiet um den Fluss Enns sehr oft überflutet. Lentia dagegen wegen ihrer viel günstigeren Überquerung im heutigen Urfahr - Linz entwickelte sich schneller, so dass die Siedlung in dem I. – II. Jahrhundert eine Basis ausmachte für die Kontakte mit Völkern, die nördlich von Donau wohnten.
Der Donau, an dessen Mittel- und Oberstrom, in Königsreichen Noricum und Pannonia, die wichtigsten Handelszentren gelegen waren. Dort befanden sich Zollstellen, die den Handel mit den nördlichen Völkern, den Limes entlang, überwachten.
2c
Der Weg aus Aquileia nach Lentia und Lauriacum,
oft auch via Norica genannt, wurde allmählich ausgebaut. Zuerst von den
keltischen Stämmen, die Westalpen bewohnten, dann wurde dieses lokale
Verkehrsnetz den römischen Zwecken angepasst. Je nach dem Gebiet waren sowohl
die Konstruktion, als auch die Wegbreite verschieden. Die im Fels ausgehauten
Strecken waren so eng, dass es Platz nur für einen Wagen gab.
Um die Verkehrskommunikation zu verbessern, verzichteten die Römer auf die
keltischen Wege und bauten neue, indem sie eine andere Technik benutzten. Zum
Beispiel, um eine Distanz über den Sumpfgebieten zu verkleinern, lief der Weg
auf dem künstlich aufgeschütteten Damm. Die Bedeutung der Wege war auch je nach
der Zeit verschieden. Im Tal vom Fluss Görtschitz befand sich ein Bergbau – und
Metallurgiegebiet, daraus die perfekte norische Stahl nach Italien befördert
wurde. Seit Ende des II. Jahrhunderts v. Chr. war die Strecke zwischen Aquilea
und dem Gebiet sehr populär. Das war die Ostabzweigung - die Strecke, die über
Magdalensberg nach Virnum führte. Die durch Markomannenkriege enstandenen
Zerstörungen verursachten, dass der Weg im Olsatal in den Vordergrund
verschieben wurde. Diese Strecke verlief fast parallel zu der ersten, aber war
kürzer. Die Römer nämlich machten viele Wege gerade, indem sie dabei
Befestigungen und neue Wegstationen bauten. Sie passten das norische
Verkehrsnetz den militärischen und administrativen Zwecken an. Die Hauptrolle an
der Donau spielte nicht mehr Lentia, sondern daneben entstandene Stadt Lauriacum
mit einem großen Militärlager. Der Weg aus Lentia über Olivava nach Aqulileia
hatte eher einen Handelscharakter, der Weg aus Lauriacum dagegen machte eine
militärisch- administrative Verkehrverbindung.
Die heutige Verkehrsstraße im Alpenvorland verläuft parallel zu der Autobahn.
Lauriacum – Lentia – Pyhrnpass
Der am weitesten an der Donau gelegene Punkt auf dem Limesweg war
Lentia. Die Stadt spielte eine Rolle der Militärwache, die Überquerungen über
den Fluss bewachte. Früher befand sich dort ein keltisches Oppidum und in der
Nähe wurde auch in der ersten Hälfte des I. Jahrhunderts ein Kastell Lentia
gebaut, ein Gebiet des östlichen Teil Linz. Und Lauriacum – das Gebiet der Stadt
Enns entstand später. Nicht weit von hier führte bis zu den Ufern Donau der
antike Eisen- und Salzweg. Hier befanden sich auch wenige Flussüberquerungen.
Eine der ältesten machte die Überquerung zwischen St. Peter a Steyregg aus. Die
Verbindungen aus den beiden Orten, die älteren aus Lentia, die auf die
vorrömischen Zeiten zurückzuführen sind und bis zum Ende des II. Jahrhunderts
aus Lauriacum führten, trafen sich zusammen in Ovilava und machten einen Weg
weiter aus. Entlang dem Flusslauf Traun verlief hier aus Hallstatt auch ein
Salzweg, sowie durch einen anderen wichtigen Weg auch eine Verbindung aus
Juvavum. Also durch Ovilava, eine wichtige Verkehrsstraße des nördlichen Noricum,
fand die Verkehrskommunikation entlang der Donau direkt mit nördlich- östlichem
Italien statt.
Aus Ovilava Richtung Aquileia richteten sich die Reisenden nach Süden i auf dem
Haben Weg zwischen Ovilava und Tutatio befand sich eine Station Vetonianis. Die
Lokalisation der Station ist aber unsicher, weil es drei Möglichkeiten der
Wanderung gibt. Am sichersten scheint die Strecke entlang der heutigen Autobahn
nach Kirchdorf an der Krems zu sein und ihre Lokalisation in Voitsdorf. Aus der
Station Tutatio im Oberlauf vom Fluss Krems, zwischen Kirchdorf und Micheldorf,
geling man in Richtung des Flusses Steyr. Man ging entlang seinem rechten Ufer
bis zur Station Ernolatia, bestimmt bei Dirnbach i Sankt Pankraz. Dann wanderte
man entlang seinem linken Ufer, darunter entlang dem Bach Teichl, eines
Nebenflusses von Steyr.
Georgenberg, bei Kirchdorf - Micheldorf, hier wird eine Station Tutatio lokalisiert.
Im Bezug darauf, dass man zum Pyhrnpass, am nördlichen Vorland der Alpen, entlang den Bergtälern ging, waren wahrscheinlich wenige Möglichkeiten der Wege zu wählen, aber der Weg lief bestimmt so, wie die heutige Autobahn nach Windischgarsten und nach Spital am Pyhrn. Die weitere Strecke ist nicht mehr so sicher wegen der Unterschieden in den Namen, sowie in der Menge der Stationen und ihren Abstände in den antiken Quellen. Durch die Markomannenkriege wurde die kleineren Ansiedlungen, Stationen und Befestigungen zerstört. Beim Wiederaufbau des Verkehrsnetzes, hauptsächlich zu den militärischen Zwecken entstanden auch neue Stationen. Nur zwei Stationen auf dem Weg aus Ovilavis nach Virunum enthielten ihre Namen Tutatio i Gabromagus, weil sie nicht ganz zerstört wurden. Bei den archäologischen Forschungen in Windischgarsten, an dem Ort mansio Gabromagus wurden die Rückbestände von einem römischen Gebäude mit den Ziegeln Legio II Italica.
Der berühmte Pass, über den die Reisenden seit Jahrhunderten überqueren. Eine relativ niedrige Alpenüberquerung, die den Bernsteinkaufleuten diente.
Pyhrnpass – Virunum
Das ist eine der bergigsten Strecken auf dem
Weg, die von den Reisenden verlangte, eine sehr schwierige Alpenkette Niedere
Tauren zu überqueren.
Auf dem Weg von dem Pyhrnpass (bei der heutigen Grenze zwischen Oberösterreich
und Steiermark) bis zum Pass Pölshals (zwischen Pöls dem Tal vom Fluss Mur)
befanden sich die folgenden Stationen: Stiriate – wahrscheinlich Liezen,
Surontio – bestimmt Trieben, und Tatursanis – auf der Strecke zwischen
Hohentauern und Möderbrugg.
Bei dem Pass Pölshals, wo die Station Viscellis – bestimmt Unterzeiring -
lokalisiert wird, hatten die Reisenden drei Routen zu wählen. Darunter sowohl
die bequemste aber auch längere Strecke, die Pölshals umlief, als auch die
schwierigere bergige Abkürzung durch das Gebiet Oberzeiring. Viscellis-Monate
war ein wichtiges Ort, weil aus der Ortschaft ein Weg nach Juvavum, also nach
Salzburg führte, und der andere dagegen nach Osten, entlang dem Ufer von Mur.
Der doppelte Name Viscellis-Monate ist bestimmt darauf zurückzuführen, dass
neben einer alten Siedlung Viscellis, die in den Markomannenkriege zerstört
wurde, eine ganz neue Monate enstanden ist. Dasselbe betrifft auch die wenigen
anderen Stationen auf der Strecke aus Gabromagus.
So sieht der Lauf vom Fluss Mur, wenige Kilometer vom Pass kilka Pölshals.
Das nächste Etappenpunkt auf dieser sehr wichtigen Verkehrsstrecke nach Virunum machte eine Station Ad Pontem, im Tal vom Fluss Mur bei Scheifling. Aus der Brücke über Mur, in Ad Pontem richteten sich die Reisenden nach Süden nach Candalicas. Auf halben Wege zwischen den Stationen, heute Neumarkt in der Steiermark, führte die östliche Abzweigung bis zum uralten Bergbau - Metallurgiegebiet Hüttenberg mit den Gold-, Silber- und Eisenerzgruben. Dieses Metallurgiezentrum Noricum streckte sich zwischen Mühlen – Station Noreia I, und Mösel, nicht weit von einer Station Noreia II. Die westliche Abzweigung führte durch Candalicas – bei Friesach in Kärnten nach Beliandrum – höchstwahrscheinlich Althofen. Die Verkehrsbedeutung dieses Ortes auf dem alten Eisenweg bestätigt einer der drei Meilensteinen in der Ortschaft Krumfelden, der einen Weg aus Ovilava nach Virunum. Beliandrum zeigte. Das war auch ein Ort, wo sich ein alter Weg mit einem aus Juvavum zusammentraf.
Der Verkehrsweg aus Viscellis-Monate nach Virunum, bei dem heutigen Zollfeld,
macht bestimmt den ältesten norischen Handelsweg aus, auf dem nicht nur die
Waren zwischen Aquileia und dem Metallurgiegebiet ausgetauscht wurden, sondern
sich auch die bequemsten Verkehrsverbindungen befanden, über Alpen, aus dem Tal
von Oberdonau nach Reichtum Noricum. Das war bestimmt der Grund dafür, dass die
Römer das so gut entwickelte Verkehrsnetz später selbst benutzten uns ausbauten.
Auf der Route
zwischen Scheifling
und Neumarkt,
in der Ortschaft
Perchau am Sattel
steht ein
Verkehrszeichen
einer Poststrecke,
die aus Wien
nach Venedig führt.
„Paßstein”
aus dem Jahre 1738
der
K. K. Post und Commerzialstrße
Vien – Venedig
Perchau am Sattel
1005 m
Virunum – Santicum
Aus der Hauptstadt von Nordnoricum, Virunum,
reiste man über das Tal vom Fluss Glan, und dann nach Santicum waren zwei Wege
zu wählen. Der schwierigere Weg führte durch eine Hochebene auf den alten
lokalen Wegen über Techelsberg und entlang den südlichen Hängen der Bergkette
Ossiacher Tauern. Der einfachere aber auch der längere Weg führte entlang dem
Ufer von Wörthersee. Die Route der ersten Abzweigung, bestimmt der älteren,
führte durch heutige Karnburg, St. Peter und Tigring – die antike vicus
Tigerinus, wo sich eine Station Saloca befand. Dann durch Bärndorf, Arndorf,
Kerschdorf und immer wieder nach Westen. Es wurden dort Rückstände eines
Straßenkastells entdeckt. Es bewahrte bestimmt eine Station Tasinemetum. Weiter
durch die heutige Sternberg und Trabenig erreichte man eine Ortschaft Wernberg,
wo sich die beiden Wege verbanden.
Die andere Abzweigung, die über eine Ebene führte, wurde wahrscheinlich von den
Römern auf Bedarf der Armee und des Handels gebaut. Der Weg führte entlang des
nördlichen Ufers von Wörthersee, wo eine Strecke des alten Wegs, sowie Teile
einer Brücke und die im Fels ausgehauten Radspuren bestimmt wurden. Durch Velden,
Fahrendorf und Kantnig erreichte man Wernberg, wo sich die beiden Wege
zusammentrafen. Aus diesem Punkt führte schon ein Weg durch Sankt Leonhard, die
Vorstadt von Villach nach Westen, zur Überquerung über Drau, derer Verlängerung
macht die heutige Widmanngasse aus.
Eine Ansicht von Ossiacher Tauern, aus der Route Kerschdorf.
Santicum – Aquileia
Um die Adriaküste zu erreichen, verlangt diese Strecke, eine Bergkette der Karnischen Alpen zu forcieren. Aus dem Tal der oberen Drau ist der Weg über die Pässe Saifnitz und Pontebba der kürzeste und bequemste. Den Wegverlauf lässt sich durch die ganz genauen Lokalisierungen der ehemaligen Stationen in den schriftlichen Quellen bestimmen, sowie auch durch die archäologischen Objekte. Heutzutage verläuft hier eine Bahnlinie, die Kärnten mit nordöstlichem Italien verbindet. Also nachdem die Reisenden Drau im Stadtzentrum Santicum (heute Villach) überquert hatten, gingen sie über 1. Km. nach Süden, auf dem im Fels ausgehauten Weg. Bei Federaun überquerten sie den Nebenfluss von Drau - den Fluss Gail und gingen sein rechtes Ufer entlang, indem sie die norische Grenzstation Bilachiniensis, heute Camporosso erreichten. Indem sie über den nicht so hohen Pass Saifnitz gingen, erreichten sie ein Tal des Flusses Fella, eines Nebenflusses von Tagliamento. Eine ganze Reihe der Spuren von dem antiken Weg zwischen Pontebba und Dogna bestätigt die Route entlang Fiume Fella. Im unteren Lauf des Flusses, an der Grenze von Noricum und Italien, befand sich eine Station Larice, bestimmt bei Campolaro, der heutigen Ortschaft Chiusaforte.
Im Hintergrund Pontebba, und im Vordergrund ein Flusstal von Fella.
Zwischen den Karnischen und den Julischen Alpen, auf der Strecke zwischen Venzone und Ospedaletto wurde zur Zeit des Eisenbahnbaus der antike Weg entdeckt. In der Nähe befindet sich eine Ortschaft Gemona del Friuli, wo auf dem antiken Weg eine Station Ad Silanos sein sollte. Eine Bestätigung des antiken Wegs sieht man auch in der Region Tricesimo in dem Stadtnamen, der mansio Ad Tricesimum (Bed. „auf der 30. Meile von Aquilea“) lautet. Es wurde auch eine Inschrift in Tricesimo gefunden, die aus dem in der zweiten Hälfte des I. Jahrhunderts v. Chr. erbauten Abwehrbau stammte.
Das Eisen, das von Römern aus Noricum befördert wurde,
hatte eine strategische Bedeutung. Dieser alte Weg konnte bis zur Hälfte des I.
Jahrhunderts über eine Kolonie der römischen Kaufleute in Magdalensberg eine
Verbindung zu dem Metallurgiegebiet zwischen den Stationen Noreia haben.
Der uralte Weg, dessen Strecken auch südlich von Udine zu sehen sind, in der
Nähe von Paparotti, über die Friulanische Ebene und Cervignano del Friuli sowie
Terzo d’Aquileia, führte direkt nach Aquileia.

Ein Teil des uralten Wegs in der heutigen Straße in Terzo d’Aquileia.
Aquileia Romana wurde von den Römern in 181 v.Chr. als eine
latinische Kolonie gegründet und zu der Zeit des Römischen Reiches wurde sie das
wichtigste Verkehrspunkt im Bereich Venetia et Histria.
Im Altertum unterschieden sich die hydrographischen Bedingungen der Region von
Aquilea von den heutigen. Der durch die Stadt fließende Fluss Natissa war
schiffbar, und die Lagunen waren mit dem Kanälensystem verbunden, das eine
Küstenschifffahrt sehr erleichterte. 10 Km. südlich von Aquilea mündete der
Fluss in die Adria. Der Hafen (380 M lang, 48 M breit) befand sich im östlichen
Stadtteil. Der größte Teil davon wurde entdeckt, darunter auch die Lagerhäuser.
Aus Aquileia führten die Wasserstrecken und sechs Landstrecken – die
Verkehrsverbindungen nicht nur mit dem ganzen Römischen Reich, sondern auch mit
den Auslandsländern.

Die Hafenküste in Aquileia Romana.