Mein
Interesse nach Golem und seine Geschichte begann nach dem ich, über mehr als
zehn Jahre, den tschechischen Film von einem Becker und Golem, gesehen habe.
Während meines Kulturwissenschaftstudiums an der Adam-Mickiewicz-Universität
Posen, habe ich eine Lizenziatarbeit über Golem geschrieben, über Golem, der
wie ein Robot für die Leute die nötige Arbeit verrichten sollte.
Vielleicht
ist aber Golem keine seelenlose Marionette, sonder jemand, der fühlt,
vielleicht auch träumt und sein jämmerliches „kriecherisches“ Leben sieht.
Meine nächste Arbeit,
diesmal Magisterarbeit, wollte ich über die ehemalige Bernsteinstrasse
schreiben. Zuerst wollte ich diese Route auf Gebiet Polen selber zu Fuß
zurücklegen. Ich mag Kastanien und Bernstein, vielleicht haben sie etwas
Magisches. Viele Stunden habe ich in Bibliotheken verbracht, wo ich
Materialien über die Strecke, welche die Bernsteinhändler gewandert haben,
gesucht habe.
Aus verschiedenen Gründen konnte ich leider nicht diese Trasse zu Fuß zurücklegen. Meine Magisterarbeit schrieb ich deshalb über Josefstadt, das Jüdische Viertel in Prag, und auf diese Weise habe ich den Golemfaden aufgegriffen. Gerade wegen meiner Sympathie für die Hauptstadt von Tschechien, habe ich nach einem Jahr eine der Abzweigungen der ehemaligen Bernsteinstrasse, die durch Prag führte, bearbeitet.
So wie die ehemaligen Händler wollte auch ich jeden Tag ungefähr 20 bis 30 Kilometer täglich wandern und dann übernachten, dort wo ich das natürlich früher geplant habe, in Ortschaften, wo ich auch etwas essen, besichtigen, abends die Notizen vervollständigen und endlich schlafen gehen kann. In der Praxis sah das aber ganz anders aus. Darüber werde ich auch erzählen. Weil ich an der über 1000 Kilometer langen Route jede Nacht in einem anderen Ort verbringen wollte, habe ich keine Reservierung im Voraus gemach. Meine Tochter hat mir geraten aus Internet Adressen der Jugendherbergen in Polen auszudrücken. In diesen Herbergen habe ich für die Übernachtung viel weniger ausgegeben. Bei demselben Standard, wie in einigen Hotels (zum Beispiel Badezimmer auf dem Korridor), kann man dort zum halben Preis übernachten.
Am wichtigsten während der Vorbereitungen zu der Marschroute war für mich
das Abstecken einer optimalen Trasse, auf Grund von der
Wissenschaftsveröffentlichung, so dass sie der ehemaligen Bernsteinstrasse
möglichst genau entsprach. In Bezug auf meine geringen Finanzmittel, habe
ich alle Landkarten aus Internet, das heißt aus einer tschechischen
Touristikseite CZeCOT, und aus polnischer Seite Szukacz gedruckt. Ich
habe auch Landkarten, die ich in Bibliotheken und bei meinen Bekannten fand,
kopiert. Wenn ich auf der Landkarte keine Distanzen gefunden habe, musste
ich sie selbst rechnen, mit Hilfe von einer Linear, gemäß dem Maßstab der
Karte.
Während
meiner Wanderung bemerkte ich, dass einige der Schnellstraßen sich mit den
Strecken der ehemaligen Bernsteinstraße überlagern. Auch die Eisenbahnlinie,
besonders im Gebirge, ist den ehemaligen Routen der Bernsteinkaufleute
ähnlich. Aber an den Plätzen, wo „das Hindernis“ Industriegebäuden,
Autobahnweichen, oder Kohlenabbauräume ausmachen, läuft die Straße ein
bisschen anders von der ehemaligen Bernsteinstraße.
Meine
Voraussetzung ist eine echte Wanderung, ich soll deswegen keine
Verkehrsmittel benutzen, um ein paar Kilometer weiter für Übernachtung zu
einem Hotel, Motel oder einer Pension heranzufahren. Stattdessen soll ich
immer in einer Ortschaft übernachten, in der einer meiner Haltepunkte
bestimmt war.
Aber
sowohl wegen der Probleme mit der Übernachtung in den Haltepunkten auf der
Strecke ab Breslau, als auch wegen meiner Ermüdung, fuhr ich notfalls zu
einem nächsten Übernachtungsort heran, um am nächsten Tag wieder auf meine
Straße zurückzukommen und die Wanderung fortzusetzen. Manchmal passierte es,
dass kein Verkehrsmittel in meiner Richtung fuhr, deswegen machte ich schon
am Anfang den Umweg
Sowohl
die Route, als auch die Haltepunkte wurden von mir mehrmals geändert. Ein
paar Strecken wurden gar nicht „durchmarschiert”, z.B.: aus Jordanów ¦l±ski
nach Pustków Wilczkowski bei Breslau, nach einer nächtelangen Wanderung,
von mir als „eine Nacht im Feld“ genannt. Auch die Strecke aus Jelonki nach
Elbl±g fuhr ich mit dem Schiff, um früher zu einem Übernachtungsort zu
kommen, und eine Strecke aus Danzig nach Starzyno, weil mein Urlaub schon zu
Ende war. Diese Kilometer holte ich ein Jahr später nach.
Die
Wanderung anhand der wissenschaftlichen Arbeit und einer Landkarte führt
durch folgende geographische Länder: Das Böhmische Becken, Glatzer Becken,
Mitteloder, Mittelprosna, Kujawien bis an die Weichselmündung. In der Nähe
von Marienwerder (pl. Kwidzyn) war zu der Zeit der Bernsteinstraße
eine der mehreren Überquerungen über Weichsel vorhanden. Aus diesem Punkt
bearbeitete ich zwei Strecken, eine durch Danzig nach Starzyno, die andere
nach Samland, also Richtung die Oblast Kaliningrad. Da ich von dem Vertreter
des Polnischen Konsulats erfuhr, dass ich ohne besondere Genehmigung nur ein
paar Tage dort bleiben konnte, musste ich meine Wanderung auf das
nördlich-westliche Kap des Samlands einschränken.
